Marrakech 2017, Tag 4

Am vierten Tag unseres kurzen Marokko-Aufenthalts hatten wir uns einen Ausflug in Richtung Ouarzazate vorgenommen. Trotz der guten Straßenverhältnisse und des recht ruhigen Verkehrs (außerhalb Marrakechs, wohlgemerkt) entschlossen wir uns dazu, die Tour mit einem Fahrer und Wagen des Riads zu machen, statt für einen Tag einen Mietwagen zu leihen. Letztlich ist dies auch als die klügere Variante, wenn man am selben Tag nach Marrakesch zurück möchte: Aufgrund von Kommunikationsproblemen wurden wir tatsächlich fast bis nach Ouarzazate gefahren, so dass wir alles in allem trotz einfacher Strecke von nicht einmal 200 km über 10 Stunden unterwegs waren – und unser großartiger Fahrer entsprechend “fini”.

Nachdem sich der Anfang der Fahrt komplett in Bodennebel abspielte, wurde das Wetter zum Glück besser, als die Landschaft nicht weit außerhalb von Marrakesch schnell gebirgiger wurde. Im Hintergrund zeigten sich bereits die schneebedeckten Gebirgszüge des Hohen Atlas.

Durch die Berge führt dann eine serpentinenreiche Straße, die auf dem höchsten Punkt – dem Tizi-n-Tichka Pass – stattliche 2260 Meter erreicht. Der Belag ist in wechselnder Qualität – die größten Teile sind jedoch auf dem Niveau einer zentraleuropäischen Schnellstraße. 

Auf der anderen Seite des Gebirges wurde die Landschaft schnell wüstenähnlicher – nicht umsonst wird Ouarzazate auch als das “Tor zur Sahara” bezeichnet.

 Unsere Endstation für diesen Tag stellte jedoch nicht Ouarzazate dar, sondern Aït-Ben-Haddou, eine befestigte Stadt, dessen alter Stadtkern eine wenigen gut erhaltenen Lehmbausiedlungen in Marokko ist und deshalb 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe ernannt wurde. Dort bekamen wir dann die obligatorische Führung und wurden zum obligatorischen Restaurantbesuch mit obligatorischem Drei-Gänge-Menü zwangsverpflichtet, aufgrund des engen Zeitplans blieben uns jedoch Verkaufsgespräche erspart. Achso – wie ich mal wieder erst vor Ort feststellte (Reiseführer, was ist das?) diente die Stadt auch als Kulisse für zwei Dutzend Film- und Fernsehproduktionen von “Laurence von Arabien” bis “Game of Thrones”.

Schließlich traten wir dann wieder unseren Heimweg an und hatten in den Bergen schönstes Abendlicht, um die wirklich atemberaubende Landschaft zu genießen. Den Abschluss des Tages bildete ein gemütliches Abendessen ein gutes Stück abseits des touristischen Stadtzentrums Nahe eines tatsächlichen Markts, wo der Duft der Grillstände dazu einlud, einfach in Ruhe an der Straße zu sitzen und bei großartigem Couscous und Kefta die Menschen, Motorräder und Eselkarren vorbeiziehen zu lassen.

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