Schottland, Tag 3-4

Da die Unterkunftssituation aufgrund eines langen Wochenendes eher angespannt war und der Wetterbericht jede Menge Regen verhieß, entschieden wir uns für Oban als unser nächstes Ziel. Auf dem Weg dahin besichtigten wir kurz das umfangreiche Schleusensystem bei Fort Augustus. Über ein halbes Dutzend Stufen ermöglicht hier Booten die Fahrt durch den Caledonian Canal.

Anlässlich des Feiertags und in Anbetracht des nahenden Winters hatte offensichtlich halb Schottland (vor allem der Teil im Rentenalter) beschlossen, mal wieder die Oldtimer aus der Garage zu holen. So trottelten wie die nächste gefühlte Stunde hinter dem von uns so getauften “Opa Erich” her, dessen spezielle Angewohnheit es war, vor uneinsehbaren Linkskurven kurz mal nach rechts auszuscheren um quasi “mal  ums Eck zu schauen” – was uns zu regelmäßigen Panikrufen und den Gegenverkehr zu wiederholtem Lichthupeneinsatz veranlasste.

Da das Wetter noch halbwegs okay war machten wir einen Abstecher zum Glen Coe und begannen von einem der zahlreichen Parkplätze entlang der A82 die Wanderung Richtung Glen Etive. Obwohl wir diese wetter- und zeitbedingt dann doch recht schnell abbrechen mussten, lohnte sich bereits der kurze Ausflug in die beeindruckende Landschaft.

Abends kamen wir dann am wunderbaren Alltavona Hotel an der Hafenpromenade von Oban an – vielleicht ein bisschen in die Jahre gekommen und altbacken, aber das eher kitschige Zimmer mit goldenen Amaturen und freistehender Badewanne passte irgendwie zum grauen Wetter. Das Frühstück war zudem ganz hervorragend (mit reichlich Sahne gekochter Porridge und erstklassiges Full Scottish Breakfast) und eine gute Grundlage für den restlichen Tag.

Diese brauchten wir auch, denn nach einem kurzen Stadtbummel ging es natürlich zu einer Besichtigung in die Distillery. Hier lernte ich nicht nur den hauseigenen Whisky neu schätzen (meine letzte Auseinandersetzung mit dem Oban zum Anfang meiner Whisky-Zeit hinterließ unverdienterweise keinen besonderen Eindruck) – der Tasting Room entpuppte sich als echter Geheimtipp, da es hier nicht nur vier Varianten des Oban, sondern so ziemlich jeden anderen der “Classic Malts” bzw. zu Diageo gehörenden Whiskys für schlappe 3£ das Dram zum Verkosten gab (auch Whiskys vom Kaliber einer Lagavulin Distiller’s Edition)!

Anschließend hieß es dann erstmal ausnüchtern gegenüber bei Julie’s Coffee House (ebenfalls sehr zu empfehlen) mit überraschend leckerem Schoko-Rote-Beete-Kuchen, bevor wir dann noch ein bisschen durch das Städtchen schlenderten und (wie schon am Vorabend) sehr gute Küche im “Cuan Mor” genossen. Dort trafen wir dann ein älteres, sehr putziges schottisches Paar aus Alloa, mit dem wir ins Gespräch kamen als die quirlige Dame (“Google our town! You want our phone number if you pass by? Oh sorry I talk too much when I had wine…”) unter den leidenden Blicken ihres Partners mit ihrem Selfie-Stick hantierte…

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